Im Grünliberalen Nachtcafé positionierte sich Sébastien Margot, Präsident der Studierendenorganisation der Universität Zürich (VSUZH), klar gegen eine Erhöhung der Studiengebühren. Für ihn steht die Chancengleichheit im Zentrum: Der Zugang zur Hochschulbildung soll unabhängig vom finanziellen Hintergrund möglich bleiben. Studiengebühren machen heute rund 2 % des Budgets der Universität Zürich aus – selbst eine Verdoppelung hätte kaum finanzielle Wirkung für die Hochschule, entspräche für Studierende jedoch in etwa einem zusätzlichen Monatsbudget. Wirkliche strukturelle Veränderungen wären nur mit angelsächsischen Bedingungen verbunden – ein Modell mit klar sozial selektiven Effekten, das politisch nicht gewollt ist.
Werner Inderbitzin, alt Rektor der ZHAW, hielt dagegen, dass eine Reform dennoch möglich sei. Eine stärkere Kostenbeteiligung der Studierenden könne mit gezielten Stipendien oder Darlehen abgefedert werden. Entscheidend sei ein System, das Eigenverantwortung stärkt, ohne den Bildungszugang für finanziell benachteiligte Gruppen zu versperren.
Die Diskussion machte deutlich: Es geht nicht um einfache Ja-oder-Nein-Fragen, sondern um das Spannungsfeld zwischen Chancengleichheit, Finanzierbarkeit und der Zukunft des Schweizer Bildungsmodells.
👉 Die Aufzeichnung des Nachtcafés zeigt die Argumente beider Seiten im Detail und lädt zum Weiterdenken ein.