Am 16. 09. hatten wir zwei hochinteressante Gäste und ein brandaktuelles Thema im Grünliberalen Nachtcafé: der uns allen bekannte Nicola Forster, der im Jahr 2009 im Rahmen der Personenfreizügigkeitskampagne sein «politisches Erweckungserlebnis» hatte (wie er uns erzählte) und bei der Gelegenheit den aussenpolitischen Think Tank Foraus aus der Taufe hob, und Oskar Jönssen, der als Co-Autor noch vor der Wiederwahl von Trump an einer Denkschrift beteiligt war «Trump 2.0? Was auf die Schweiz zukommen könnte».
Nun ist Trump 2.0 wahr geworden, 39% sind wahr geworden, und wir hatten Gelegenheit, uns mit beiden darüber auszutauschen, was das für die Schweiz bedeutet, und was da zu tun ist.
Oskars These: Gerade weil Trump erratisch agiert und von einem Moment auf den anderen seine Position ändert, wäre es notwendig, in Szenarien zu denken, im Zweifel 10 verschiedene Alternativen im Ärmel zu haben um sehr schnell auf eine neue Lage reagieren zu können, was der Schweiz mit ihrer langsam agierenden Konsensdemokratie sehr schwer fällt.
Tötet Trump, als Frontmann einer weltweiten rechtspopulistischen Welle, den Grünliberalen ihre Themen ab? Nicola Forster sieht das anders: Es gibt auch Gegentendenzen. In der Beziehung zur EU muss sich die Schweiz ein Stück weit von kompetitivem Denken lösen und gemeinsame Interessen vertreten in einer Welt von Grossmächten und deren Einflusssphären. Und sie muss lernen, dass es nicht reicht, sachlich gute Politik zu machen in der Hoffnung, dass die Leute das dann von selbst checken. Mehr und bessere Kommunikation ist gefragt.
Interessiert am ganzen Gespräch? Hier findest du die Aufzeichnung dazu.